Hallo!
Darf ich vorstellen: Henriettes Hinterteil.
Henriette ist mein treues Breezer‑Bike – und längst mehr als nur ein Fahrrad. Eine echte Diva und zugleich eine robuste „Bauerntralle“, die auch mal harte und fragwürdige Wege nimmt. Über sie werde ich hier immer wieder schreiben, denn sie hat – zur Verwunderung mancher – eine eigene Persönlichkeit und „kommuniziert“ gern mit mir. Ich bin Stephan – der Typ der so komisch von oben schaut. Wir beide, Henriette und ich, haben schon einiges erlebt, und ich bin gespannt, wohin es uns noch verschlägt.
Ich nehme euch gerne mit – auf Tagestouren, Reisen und spontane Ausflüge. Für mich sind diese Erlebnisse mehr als Bewegung oder Urlaub. Sie sind bewegend im doppelten Sinne: körperlich und emotional. Wer hätte gedacht, dass ich einmal mit eigener Kraft Ziele erreiche, die früher unvorstellbar waren? Damals, mit rund 40 Kilo mehr auf den Rippen, waren drei Kilometer auf dem Rad eine kleine Sensation. Heute fahre ich Strecken über 250 Kilometer – und das Gefühl ist noch immer dasselbe: Stolz, Freude, Freiheit. Es ist anders als früher, aber genauso schön. Ich liebe es, den Kopf auszuschalten, einfach zu treten – mich auch mal zu quälen – und das Ziel zu erreichen.
Am Ende geht es mir vor allem um das Gefühl: mit mir zu sein, die Welt mit wachen Augen und offenem Herzen zu erfahren – das Leben und das, was uns geschenkt wurde, wertzuschätzen und zu genießen.
Schön, dass du dabei bist. Viel Spaß beim Lesen und Mitradeln.
Harzrunde
➡︎ 243 km, ⬆︎ 1.680 m
Auch wenn es projektbezogen gerade eng ist: Ein Tag in der Woche ist Stephans-Tag. Heute, am Sonntag, bevor Henriette morgen ihren wohlverdienten Wellness-Tag mit einem Retread einlegt und es am Donnerstag zum Arbeiten nach Bayern geht, schauen wir, dass wir heute den aus Süden kommenden Wind etwas kreuzen, um irgendwann vom Süden wieder hochzufahren. Mal schauen, wie es klappt.
Durch die hügelige Börde geht’s Richtung Niedersachsen. Ich muss daran denken, wie eine Dame mal zu mir meinte, nachdem sie im Urlaub in der Toskana war, da fährt sie nie wieder hin, da die Börde genau so aussehe … Ich weiß bis heute nicht, ob die Frau vielleicht arg Drogen genommen hatte, um zu dieser Aussage zu kommen.
Ab Goslar ging es hoch am Fuße des Harzes Richtung Wernigerode, über Bad Harzburg und Ilsenburg, früher ziemlich hart an der Grenze zum Zonengrenzgebiet. Hier waren wir als Kinder im Urlaub. Das Heim, die Massenunterkunft für urlaubshungrige DDR-Bürger, in dem wir damals untergekommen sind, ist heute ein Sternerestaurant.
Hinter Wernigerode noch mal bergauf und bei Blankenburg ging es über den Harzer Mühlenweg, der das Adrenalin etwas in die Höhe steigen lässt, da es teilweise sehr abschüssig, schmal, matschig und nah am Wasser verläuft, Richtung Halberstadt und dann heimwärts.
Mit ordentlich Nacken vom ganzen Hoch-und-runter-Schottern falle ich nach 243 Kilometern und 1.680 Höhenmetern ziemlich k. o. ins Bett.
Später Abstecher in die Altmark
# Später Abstecher in die Altmark
➡︎ 130 km, ⬆︎ 400 m
Eigentlich sollte es am Samstag, den 9.5., eine etwas längere Tour geben, das hat nicht ganz geklappt. Schuld daran war ein spontanes Treffen mit meinem Neffen am Vorabend. Geplant war ein alkoholfreies Bier. Wie das manchmal so ist, blieb es weder bei alkoholfrei noch bei einem.
So versuche ich mich am Samstag halbwegs zu koordinieren und am frühen Nachmittag kommt das schlechte Gewissen: Jetzt musst du hier mal was machen, egal wie es gerade ist. Dann muss ich also wenigstens etwas den Kreislauf wieder in seine Bahnen bringen. Und Henriette war eh schon schmollig, als sie mich so durchhängend sah.
Also ging es gegen 15 Uhr los.
Die Tour führte für mich über komplett neue Strecken, obwohl ich schon so oft in der Gegend unterwegs war. Hinter Glindenberg entlang der Elbe, vorbei am „Kilimandscharo“, hinein in die Kolbitz-Letzlinger Heide und die Altmark. Über Letzlingen mit seinem Schloss und der Schlosskirche ging es anschließend wieder durch Wald und Flur zurück in Richtung Haldensleben und von dort nach Hause.
Es war frisch, aber gut, und die Beine liefen überraschend ordentlich. So wurde die Runde trotz des späten Starts recht flott.
Am Ende standen 130 Kilometer auf dem Tacho, bei einem Schnitt von 21,5 km/h und rund 400 Höhenmetern. Für einen Tag, der eigentlich etwas anders geplant war und dann doch ganz ungeplant startete, ein feiner Ausflug.
Dritter Oktober / Einheitstour von MD – Gardelegen – Salzwedel – Uelzen
➡︎ 147 km, ⬆︎ 590 m
Der Wecker klingelte um 7:30 Uhr, Frühstück und Unterwegs-Jami-Jami habe ich gestern Abend schon vorbereitet so das ich heute schon um spätestens 8 auf Henriette eine letzte weitere Tour des Jahres machen kann.
Ich war aber so müde und lustlos, dass ich immer wieder den Wecker gesnoozed habe. Ich hätte auch aufstehen können, denn im Halbdösen, sprangen meine Gedanken von… kacke, ich wollte doch… och nö, ich will gammeln… Scheiße, ich habe das Essen ja schon vorbereitet… ne ich will noch schlafen… aber ich schlafe ja garnicht… na toll, jetzt schaffe ich es zeitlich eh nicht mehr… vielleicht einfach ins Fiti und Büro-Kram machen… vielleicht einfach nicht stressen und einfach ein kurzes entspanntes Ründchen.
9:30 Uhr habe ich es geschafft, aus dem Bett zu stolpern, immer noch unsicher, was ich genau mache. Draußen nebelte es ordentlich – willkommen Herbst – aber die Sonne und der blaue Himmel versprachen einen guten Tag. Also entschieden: es wird jetzt doch geradelt… mit dem Wind entspannt nach Salzwedel. Dieses Jahr wird es das ansonsten mit dem Radeln gewesen sein. Nächste Woche eine kleinere OP (Ich lasse mir die Beine Verlängern... Scherz), die mit einem absoluten Sportverbot für die folgenden 4 Wochen einhergeht und dann kann ich minimal wieder etwas machen… und dann ist’s schon Ende des Jahres und mir Frostbeule eindeutig zu kalt im Winter.
Vierhunderter Tour nach Rügen
➡︎ 402 km, ⬆︎ 1.550 m und ➡︎ 94 km, ⬆︎ 370 m
23:15 Uhr am Donnerstag den 18. September.
Sagt man jetzt guten Morgen oder gute Nacht…?
Eigentlich wollte ich es schon Ostern machen, da hat mich aber eine Erkältung ausgehebelt. Dann Pfingsten – da durfte ich vom Arzt aus nicht radeln und bin mit dem Zug. Beim Blick auf die sommerlichen September-Wetter-Aussichten vorgestern fiel mir wieder diese Tour ein. Also Tantchen angeklingelt und nachgefragt, ob’s passt. Und nun starte ich 22:30 Uhr an einem Septemberabend schon mal ins Wochenende.
Das ist das wirklich Gute am Selbstständigsein: neben dem Selbst und dem Ständig wenigstens spontan selbst zu entscheiden – ob ich nun alles eingearbeitet habe oder ob ich einfach gerade Bock habe.
Für mich eine Premiere: abends zu starten, um die Nacht durchzuradeln.




































































































